„Da ist der De-Follow sofort da“ – Streaven, Content-Creator auf Twitch und YouTube über Filterblasen und die Meinungsblogger-Szene

Vor einigen Tagen zeichnete Chris ein Gespräch mit dem Hobby-Streamer und YouTuber Streaven auf, um mit ihm über die Psychologie hinter der Twitch-Spendenkultur, Zensur von Meinungsbloggern, Online-Filterblasen und sexueller Freizügigkeit auf der Streaming-Plattform zu sprechen. Außerdem erzählt darüber, wie er als Teenager gestellte Hinterhof-Kampfszenen kommentierte. Eine Zusammenfassung.

Fast zehn Jahre lang tummelt sich Steven auf YouTube. Bereits als Teenager stellte er seine ersten Videos online. Sein Content änderte er mit fortschreitendem Alter regelmäßig ab. Steven weiß mittlerweile, was auf Video-und Streaming-Plattformen besser und was weniger gut „zieht“. Seine Inhalte richtet er danach jedoch nicht aus. „Die Zuschauer kommen und gehen mit deinem Content. Und gerade ich bin da so ein Fähnchen im Wind. Ich ändere meinen Content alle paar Monate. Dadurch sind einige Zuschauer auch schnell wieder weg.“ Steven nimmt die geringere Reichweite in Kauf. Auf seinem jetzigen YouTube Kanal schwanken seine Videos zwischen 40.000 und zehn Aufrufen. „Wenn man Kontinuität reinbringt und immer dasselbe weitermacht, kommen die Zuschauer. Aber das schaffe ich nicht und mache das, worauf ich Lust habe.“

Keine Lust mehr hatte Steven nach einiger Zeit, gestellte Hinterhof-Kämpfe humoristisch zu kommentieren. Damit kreierte er seine ersten Videos. Mit dem erwachsen werden änderte sich auch der Content. Er probierte sich als Meinungsblogger.

Drei gesperrte Kanäle als Meinungsblogger

“ Das muss ich zugeben, dass das die Videos waren, die ein bisschen besser ankamen als der ganze andere Quatsch, den ich davor gemacht habe.“ Die Schattenseiten: Ihm wurden viele Videos gesperrt. So viele, dass er bereits seinen vierten YouTube-Kanal gestaltet. Seine drei vorherigen Channels wurden allesamt von YouTube gelöscht. Steven bekam drei Strikes, was das Ende seines Angebotes bedeutete. „Der jetzige Kanal hält nun immerhin fünf Jahre“, berichtet Steven und führt aus, warum gesperrte Videos gerade in der Meinungsblogger-Szene zum Alltag gehören. „Man benutzt fremdes Videomaterial, um seine Aussagen zu belegen. Da war nie die Absicht, Content zu klauen. Da gab es Leute, die haben die Videos über sie gesehen und sich nicht der Kritik angenommen, sondern die Videos gemeldet. Als kleiner Kanal kannst du nicht viel dagegen machen.“ Steven ist sich dennoch sicher, dass solche Vorfälle vor Gericht keinen Bestand hätten. „Das wird ein Algorithmus sein, der spezifische Videoclip erkennt und dann wird das gesperrt. Vor Gericht wird man damit nicht durchkommen. Es gibt ja das Zitatrecht.“

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Vor rund drei Jahren schlug er schließlich auch auf Twitch auf. „Ich habe mir dafür extra einen guten PC gekauft.“ Der Grund: Ihm fehlte die Interaktion mit der Community, die auf YouTube nur schwer möglich ist. „Die Leute können sofort Feedback auf den Content geben. Das empfand ich als reizvoller, als auf ein aufwendiges YouTube-Video 100 Aufrufe und nur zwei Kommentare zu bekommen. Wenn ich auf Twitch für drei Leute streame, die aktiv mitschreiben, ist mir das viel mehr wert.“

„Bei großen Streamern kaum Chance auf Interaktion“

Auch als Nutzer würde sich Steven als „klassischer“ Twitch-Gucker bezeichnen: Viel Interaktion, wenig Star-Kult, wenige Groß-Spenden. „Bei großen Streamern hast du kaum Chance auf Interaktion. Ich glaube, das verstärkt den Drang zu spenden. Denn auf Donations gehen die Streamer dann schon ein.“ Dieser Effekt würde auch durch andere Plattformen wie etwa Onlyfans verstärkt. Steven sieht in dieser Spendenpsychologie zwar gewisse Risiken für manche Nutzer, eine Verschärfung der Regeln über Twitch sieht er aber nicht als sinnvoll an. Dennoch: „Gerade bei Jüngeren sollten auf jeden Fall die Eltern einen genaueren Blick darauf werfen, was sie da alles spenden.“

Des weiteren sieht er auf Twitch einen Boom der Kategorie „Just Chatting“. Welche Gründe er darin sieht, könnt ihr im vollständigen Gespräch auf unserem YouTube-Kanal nachhören. Außerdem sprechen wir über freizügige Damen auf Twitch und einen Skandal um die Streamerin Amouranth. Kritik über diese Praktik haben die Generaldebatten in diesem Artikel bereits aufgegriffen. Zudem verrät Steven, welchen Content er bald auf seinem Kanal einplant.

Veröffentlicht von chsscha

Freidenkender Schreiberling, der sich um Zukunftsfragen Gedanken macht und Fragen stellt, die nicht in Dauerbeschallung durch die Kanäle der Republik gepeitscht werden. Ich bin Mitgründer und Administrator des Gemeinschaftsblogs www.generaldebatten.com. Auch findet ihr uns auf unserem Youtube-Channel "knallhart durchgeleuchtet". Viel Spaß beim Durchstöbern unserer und meiner Inhalte!

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